Energieversorgung: Wind und Sonne sind nicht zu stoppen

Wind und Sonne sind nicht zu stoppen

Neue Studien zeigen: Die Erneuerbaren gewinnen weltweit Marktanteile, die Kohle erlebt trotz US-Präsident Donald Trump kein Comeback.

Klimaschützer waren in Aufruhr, als der neue US-Präsident, Donald Trump, die Erderwärmung als Erfindung der Chinesen abtat. Lauthals verkündete er, nicht nur Amerika, sondern auch die Kohle wieder groß zu machen. Ausgerechnet also den Brennstoff, bei dessen Verbrennung große Mengen Kohlendioxid frei werden. Das Gas trägt ganz maßgeblich zum Temperaturanstieg auf dem Globus bei.

Die Besorgten können sich wieder beruhigen, zumindest etwas. Bei der Entwicklung der künftigen Energieversorgung kommt Donald Trump an den Fakten nun einmal nicht vorbei. Und die sind eindeutig. Laut einer gerade veröffentlichten Studie der Beratung Frost & Sullivan steigen die Investitionen der Energiebranche in diesem Jahr weltweit auf 443,5 Milliarden Dollar. Dabei fachen die Erneuerbaren das Wachstum an. In die Fotovoltaik fließen demnach 141,6 Milliarden Dollar – ein Plus von 11,5 Prozent.

Und das ist erst der Anfang. Schon 2020, so die Prognose der Berater, wird Solarstrom einen Anteil von 73,5 Prozent an den globalen Investitionen im Energiesektor halten; heute ist es rund ein Drittel. Auf die Windenergie entfallen dann 21 Prozent. Vor allem Europa setzt auf den Grünstrom und steckt gut 73 Prozent aller Ausgaben in regenerative Energien.

Im Lichte dieser Entwicklung klingt es fast schon untertrieben, wenn Frost & Sullivan-Studienleiter Jonathan Robinson unpathetisch verkündet: „Die Märkte für erneuerbare Energien und dezentrale Energieversorgung werden reifer.“ Die Berater stehen mit ihren Erkenntnissen nicht allein. Wenige Tage vorher veröffentlichten die Analysten von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) Zahlen für das vergangene Jahre, die den Trend bestätigen. Demnach steckte die Industrie weltweit doppelt so viel Geld in Solarparks und Windräder als etwa in neue Kohlekraftwerke.

Trump stößt selbst im eigenen Land auf Widerstand
Der Grund ist relativ simpel und folgt schlichten ökonomischen Gesetzen. Dank Massenproduktion und technischem Fortschritt produzieren die grünen Kraftwerke Watt und Volt an sonnen- und windreichen Standorten längst günstiger als ihre fossilen Pendants. „Ganz ohne Subventionen“, wie BNEF-Gründer Michael Liebreich betont. „Die billige Energierevolution ist da – und Kohle wird das nicht kappen.“

Zumal Trump mit seinen Hilfsplänen für Kohle & Co. selbst im eigenen Land auf Widerstand stößt. Längst hat sich etwa der Ölstaat Texas zum sechsgrößten Produzenten von Windenergie auf der Welt entwickelt. Und während die US-Kohleindustrie vergangenes Jahr nach Angaben des Instituts für Umwelt- und Energiestudien (EESI) und des Büros für Arbeitsstatistik gerade noch 53 000 Menschen beschäftigte, boten Solar- und Windenergieunternehmen rund 475 000 Männern und Frauen einen Job.

Sieht also alles danach aus, als könne auch Präsident Trump den Lauf der Welt nicht anhalten. Wind und Sonne sind die Energielieferanten der Zukunft.

Quelle: wiwo.de, 03.05.2017