Trewasury-News: Eurokurs steigt fast auf 1,12 US-Dollar - zum Schweizer Franken gestärkt

Eurokurs steigt fast auf 1,12 US-Dollar - zum Schweizer Franken gestärkt

Eurokurs steigt fast auf 1,12 US-Dollar - zum Schweizer Franken gestärkt. Der Euro hat sich am Freitag von seinen Verlusten der vergangenen Tage teilweise erholt. Im US-Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1196 Dollar. Im frühen europäischen Vormittagsgeschäft hatte sie noch zeitweise bei 1,1139 Dollar notiert.

Gegenüber dem Schweizer Franken konnte der Euro am Freitag ebenfalls etwas zulegen und steht wieder knapp über der Marke von 1,09 CHF. Am späten Freitag-Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,0901 CHF. Der US-Dollar hatte sich im Tagesverlauf etwas abgeschwächt und notiert gegenüber dem Nachmittag unverändert zu 0,9738 CHF.

Die jüngst beschlossenen Hilfen für Griechenland hätten für Zuversicht an den Finanzmärkten gesorgt und den Eurokurs gestützt, sagten Händler. Das hochverschuldete Euroland soll im Juli 8,5 Milliarden Euro an frischen Krediten von seinen europäischen Partnern bekommen. Auch die europäischen Aktienmärkte und griechische Staatsanleihen profitierten von der Entscheidung.

Zudem geriet der Dollar zu allen wichtigen Währungen unter Druck. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA belasteten. So hatte sich das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen im Juni deutlich stärker als erwartet eingetrübt. Auch Zahlen vom US-Immobilienmarkt waren schwächer als von Fachleuten prognostiziert ausgefallen. Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank am Mittwoch hatte der Dollarkurs an den vergangenen beiden Tagen noch zugelegt.

Einen Tag vor Beginn der Brexit-Gespräche hat die britische Regierung ihr Festhalten am Austritt aus der EU unterstrichen, aber auch Kompromissbereitschaft angedeutet. Es gebe "keinen Zweifel - wir treten aus der EU aus", erklärte der zuständige Brexit-Minister David Davis am Sonntag. Ziel der Verhandlungen müssten Handelsbeziehungen sein, "die sich so nahe wie möglich wie die heutigen anfühlen", mahnte Finanzminister Philip Hammond aber im britischen TV-Sender ITV. Die britische Premierministerin Theresa May wird nach Angaben der Chefin des Unterhauses in London, Andrea Leadsom, die Brexit-Gespräche mit der EU federführend leiten.

Am Montag beginnt die EU die Austrittsverhandlungen mit der britischen Regierung. Sie sollen bis 2019 abgeschlossen sein. In Brüssel und Berlin gilt dabei immer noch als unklar, welchen Status Großbritannien in seinen künftigen Beziehungen mit der EU anstrebt. May hatte vor der Parlamentswahl mit einem Abbruch der Gespräche mit der EU gedroht, sollten britische Wünsche nicht erfüllt werden. Dies gilt als "harter Brexit", weil dann etwa die Wirtschaft nicht wüsste, welche Abkommen im Verhältnis mit der EU nach einem Brexit gelten würden. Auch EU-Politiker plädieren deshalb für einen "weichen Brexit", der Großbritannien so nahe wie möglich an der EU und am EU-Binnenmarkt hält. Innenpolitisch steht May auch wegen eines verheerenden Hochhausbrandes in London mit 58 Toten unter Druck.

Allerdings sagte Davis, dass sein Land die Austrittsentscheidung nicht rückgängig machen werde. Er reagierte damit auf Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), die Tür der EU stehe für Großbritannien weiter offen. Gabriel warf den britischen Konservativen in der "Welt am Sonntag" vor, "fake news" über Europa erzählt und die Menschen im Unklaren über die Konsequenzen der Brexit gelassen zu haben.

Der Brexit-Chefunterhändler des Europäischen Parlaments (EP), Guy Verhofstadt, stellte unterdessen eine rote Linie für die nötige Zustimmung des EP zum Austrittsvertrag auf. "Es ist gut, dass sich die britische Regierung Gedanken über die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien macht", sagte Verhofstadt der "Welt am Sonntag". "Befremdlich ist aber, dass der britische Verhandlungsführer Davis diese Rechte nur denen gewähren möchte, die vor dem 29. März eingereist sind", sagte der Liberale. Der Schutz der Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und der britischen Bürger in der EU soll möglichst zu Beginn der zweijährigen Verhandlungen geklärt werden. Ein Stichdatum ist umstritten, weil Großbritannien nach jetzigem Stand frühestens 2019 aus der EU ausscheiden wird.

Seit die konservative britische Regierung ihre absolute Mehrheit im Unterhaus verloren hat, häufen sich auch innerhalb von Mays Regierungspartei die Forderungen nach einem "weichen Austritt". "Wenn es Politiker in der EU und Großbritannien gibt, die den Wunsch nach einem erfolgreichen Abkommen mit niedrigen Zöllen, keinen nicht-tarifären Handelshemmnissen, Freihandel zwischen uns, der Zusammenarbeit bei Sicherheit und anderen Punkten teilen, dann sollte es absolut möglich sein, den Zeitplan einzuhalten", sagte etwa die konservative Politikerin Leadsom der BBC.

Auch Brexit-Minister Davis betonte vor den Gesprächen den Wunsch einer engen Bindung seines Landes an die EU. "Es ist wichtig, dass wir ein Abkommen erzielen, das sowohl Großbritannien als auch der EU eine gute Entwicklung ermöglicht, als Teile einer neuen tiefen und besonderen Partnerschaft, die wir mit unseren engsten Verbündeten und Freunden wollen." Details nannte er nicht.

Für ein außerordentliches Treffen der Opec-Mitgliedsländer besteht nach Einschätzung des Energieministers der Vereinigten Arabischen Emirate keine Notwendigkeit. "Wir stehen am Anfang einer Vereinbarung. Ich denke, wir brauchen etwas Zeit", sagte Suhail bin Mohammed al-Masruei mit Blick am Samstag mit Blick auf den Ölpreis zu Reportern in Dubai. Er sei überzeugt, dass die Nachfrage nach Öl im dritten Quartal anziehen werde. Die nächste reguläre Opec-Sitzung findet am 30. November in Wien statt.

Die 13 Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und elf weitere Länder hatten im Mai eine Verlängerung ihrer Förderbremse um neun Monate bis März 2018 beschlossen, um den Ölpreis zu stabilisieren. Er war Mitte 2014 von mehr als 100 Dollar pro Fass bis Anfang 2016 auf unter 30 Dollar abgestürzt und ist nach einem leichten Anstieg inzwischen wieder unter die Marke von 50 Dollar gesunken. Ein Grund für das Überangebot ist der Boom der US-Schieferölproduktion mittels der umstrittenen Fracking-Technik.

Die Ölpreise sind am Montag gesunken. Ein erneuter Anstieg der Bohrlöcher in den USA habe die Preise belastet, hieß es von Marktbeobachtern. Am frühen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 47,21 US-Dollar. Das waren 16 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls um 16 Cent auf 44,58 Dollar.

In den USA werden immer mehr Bohrlöcher für Rohöl in Betrieb genommen. Nach jüngsten Zahlen der Ausrüsterfirma Baker Hughes vom Freitagabend stieg die Zahl der Bohrlöcher in der vergangenen Woche um sechs auf 747. Dies ist die 22. Woche in Folge mit einem Anstieg und das höchste Niveau seit April 2015.

Quelle: Reuters/Bloomberg

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