Treasury News: Saudi-Arabien schließt weitere Öl-Förderdrosselung nicht aus

Der weltgrößte Erdöl-Lieferant Saudi-Arabien schließt eine weitere Drosselung seiner Förderung nicht aus. Das Königreich werde aber keinen Alleingang unternehmen, sagte Energieminister Chalid al-Falih der staatlichen Zeitung "Al-Schark Al-Ausat" vom Freitag.

Der weltgrößte Erdöl-Lieferant Saudi-Arabien schließt eine weitere Drosselung seiner Förderung nicht aus. Das Königreich werde aber keinen Alleingang unternehmen, sagte Energieminister Chalid al-Falih der staatlichen Zeitung "Al-Schark Al-Ausat" vom Freitag. Die Internationale Energieagentur (IEA) erhöhte ihre Prognose für die weltweite Nachfrage nach dem Schwarzen Gold für dieses Jahr auf 1,5 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag von bislang 1,4 Millionen. Sie kritisierte allerdings die mangelnde Bereitschaft der Opec-Länder, sich an bisher beschlossene Förderkürzungen zu halten.

Die Opec, der Saudi-Arabien angehört, und mehrere nicht zu dem Förderkartell gehörende Länder hatten sich auf eine gemeinsame Kappung ihrer Produktion geeinigt, um den Ölpreis zu stabilisieren. Die Perspektive einer weiteren Förderbegrenzung liege auf dem Tisch, zitierte die Zeitung Energieminister Falih. Sollten zusätzliche Schritte nötig sein, sei es, die Fördermenge zu erhöhen, sei es, sie zu senken, dann werde das zeitnah geprüft. Alle Produzenten müssten dann einem Schritt zustimmen.

Der Ölpreis gab am Freitag nach. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 51,49 Dollar je Fass. "Der Markt misstraut dem jüngsten Rückgang der Lagerbestände", schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. Die US-Reserven fielen in der vergangene Woche um knapp 6,5 Millionen Barrel, fast drei Mal so stark wie erwartet.

Die Opec-Staaten hatten eine Drosselung der Produktion um rund 1,2 Millionen Fässer täglich beschlossen. Russland und andere Ölstaaten, die der Opec nicht angehören, hatten sich ebenfalls bereiterklärt, weniger zu fördern. Laut IEA ist bei den Opec-Staaten die Einhaltung der Förderbremse im Juli auf 75 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Wert, seit die Fördermengen im Januar erstmals gedrosselt wurden. Nach Angaben der IEA haben sich Algerien, der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate nur wenig an die Beschlüsse gehalten. Dazu erhöhte Libyen, das aktuell von den Kürzungen ausgenommen ist, die Förderung kräftig.

Teurere Lebensmittel haben die Inflation in Deutschland im Juli ansteigen lassen. Die Verbraucherpreise zogen um durchschnittlich 1,7 Prozent zum Vorjahresmonat an, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit wurde eine vorläufige Schätzzahl bestätigt. Im Juni lag die Rate mit 1,6 Prozent einen Tick tiefer. Nahrungsmittel verteuerten sich im Juli überdurchschnittlich: Sie kosteten 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Butter verteuerte sich um 64 Prozent. Bei Fisch (3,2 Prozent) und Fleisch (2,4 Prozent) zogen die Preise ebenfalls kräftig an. Die Nettokaltmieten erhöhten sich um 1,8 Prozent und Pauschalreisen verteuerten sich sogar um 4,3 Prozent. Bei Energie war der Preisanstieg mit 0,9 Prozent vergleichsweise moderat.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Währungsraum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an, die sie für die Konjunkturentwicklung als ideal ansieht. Sie erwartet trotz einer sich verbreiternden wirtschaftlichen Erholung keinen schnellen Anstieg der Verbraucherpreise. Zuletzt lag die Teuerungsrate im Euro-Raum mit 1,3 Prozent weit vom EZB-Ziel entfernt.

Quelle: Reuters/Bloomberg

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