Österreich begab erfolgreich Methusalem-Anleihe

Methusalem Anleihe

Erstmals in ihrer Geschichte legte die Republik Österreich eine 100-jährige Anleihe auf. Das Interesse war enorm – trotz der niedrigen Zinsen.

Gerade einmal 2,10 Prozent beträgt der Kupon des jüngst emittierten Schuldpapiers mit einer unglaublich anmutenden Laufzeit bis ins Jahr 2117. Die Emissionsrendite von 2,112 Prozent darf als schlank bezeichnet werden. Nichtsdestotrotz griffen die Investoren fleißig zu. Das Orderbuch war mehrfach überzeichnet. Schlussendlich nahm die Republik Österreich 3,5 Mrd. Euro über das Papier herein, das ob seiner ultralangen Laufzeit auch als „Methusalem-Anleihe“ bezeichnet wird. Die Anleihe ist die größte dieser Art im gesamten Euroraum. Im kleineren Umfang haben bereits Irland und Belgien „Jahrhundertanleihen“ emittiert. Deren Volumen liegt jedoch deutlich niedriger. Üblicherweise betragen die längsten Laufzeiten von Staatsanleihen in der Eurozone 50 Jahre.

Hunger nach Rendite
Der Erfolg der Republik bei der Platzierung auf den internationalen Kapitalmärkten ist unter anderem der Suche nach Rendite von institutionellen Anlegern geschuldet. Insbesondere Pensionskassen und Versicherungen sind mit langfristigen Verbindlichkeiten konfrontiert, denen langlaufende Veranlagungen gegenübergestellt werden, um das Risiko zu senken. Dass hierzu österreichische Staatsanleihen gewählt werden, kann auch als Ausdruck der hohen Reputation und Kreditwürdigkeit gesehen werden, die dem Land beschieden wird. In der Tat fußt der Coup von Finanzminister Hans Jörg Schelling auf einer Position der Stärke. Die österreichische Konjunktur befindet sich aktuell in sehr guter Verfassung.

Positiver Ausblick
Im Vorjahresvergleich belief sich der Zuwachs im ersten Halbjahr auf durchschnittlich 2,4 Prozent p. a. Die Konjunktur war dabei sowohl von der Binnennachfrage als auch vom Außenhandel getragen. Zwar verzeichnete der private Konsum aufgrund des auslaufenden Effekts der Steuerreform sowie einer höheren Inflation etwas niedrigere Zuwachsraten. Diese sind allerdings immer noch als solide zu bezeichnen. Erfreulich entwickelten sich auch die Investitionen. Im ersten Halbjahr traf dies im besonderen Maße auf die Bauinvestitionen zu. Die Exporte wiederum profitierten vom positiven außenwirtschaftlichen Umfeld. Der Ausblick zumindest für die kommenden Monate gestaltet sich nach wie vor günstig. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe notiert im August bei 61,1 Punkten und damit auf dem zyklischen Höchststand.

Vorarlberg top
Vorarlberg trägt Seines zum guten Zahlenwerk bei. Beim realen Zuwachs der Bruttowertschöpfung lag das Ländle 2016 an der Spitze aller Bundesländer. Auch bei der Exportquote war Vorarlberg top. Mit einem Anteil von knapp 60 Prozent an exportierten Waren und Gütern überboten die heimischen Produzenten auch die traditionell starke oberösterreichische Industrie. Zudem haben die Vorarlberger das höchste verfügbare Jahreseinkommen unter allen Bundesländern – was jedoch nichts über das Preisniveau im Land aussagt.

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