Börse-News: WOCHENAUSBLICK

 

US-Bilanzen sind Nagelprobe für die Aktienmärkte

Börsianer hoffen auf Anzeichen für Erholung der Industrie

Nach dem erneuten Brexit-Aufschub rückt in der Karwoche der Start der Bilanzsaison in den Fokus der Anleger. Sie erhoffen sich von dem Zahlenwerk der Unternehmen Hinweise darauf, ob es trotz Konjunkturflaute und Handelsstreit doch noch für Kursgewinne reichen könnte. Es wird nicht einfach werden für den Dax. Wenn sich der Markt mindestens stabil hält, wäre das schon gut. In der abgelaufenen Woche hatte sich der Dax mit etwa 12.000 Punkten kaum bewegt.

Entscheidend ist die Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Zuletzt hatten die Börsen davon profitiert, dass sich eine Einigung zwischen den beiden weltweit führenden Volkswirtschaften abzeichnet. US-Präsident Donald Trump stellte etwa eine Vereinbarung binnen vier Wochen in Aussicht. Auf eine anhaltende Erleichterungsrallye setzen wir jedoch nicht, solange die Gefahr besteht, dass sich die US-Administration in ihrem Kampf um eine Neuordnung der Welt-Handelsbeziehungen dann auf Europa konzentriert.

Zumal die Konjunkturaussichten sich ohnehin zuletzt eingetrübt haben. So schraubten der Internationale Währungsfonds und die EZB-Beobachter ihre Wachstumsprognosen nach unten, auch die Bundesregierung blickt pessimistischer auf die Konjunktur in diesem Jahr. Sie dürfte Regierungskreisen zufolge am Mittwoch ihre erst Anfang des Jahres fast halbierte Wachstumsprognose am Mittwoch auf 0,5 Prozent erneut kräftig senken. Zuvor gibt am Dienstag der ZEW-Index Auskunft über die Investorenmeinung zur Konjunktur, am Donnerstag folgen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für April. Fachleute gehen davon aus, dass das Barometer für die Industrie auf 45 Punkte von 44,1 Zählern steigt - mit einem Wert von unter 50 Zählern dürfte es aber weiterhin rückläufige Geschäfte signalisieren.

Die Märkte  haben seit Jahresanfang bei vielen der Themen bereits eine positive Entwicklung vorweggenommen. Das mag in Teilen durchaus berechtigt sein. Auch wir erwarten keinen konjunkturellen Absturz, sondern eher eine Stabilisierung der Frühindikatoren in den kommenden Monaten. Zudem stützt das weiterhin billige Notenbankgeld die Kurse. Kurzfristig sind die Märkte jedoch durchaus anfällig für eine Konsolidierung.

NAGELPROBE US-ZAHLEN

Mehr Impulse erhoffen sich die Anleger daher von den Geschäftszahlen in den USA. Das wird die Nagelprobe für die Märkte. Erstmals seit vier Jahren rechneten Analysten weltweit im Schnitt wieder mit einem leichten Rückgang der Gewinne je Aktie im Vergleich zum Vorjahr.  Am Montag legen die Großbanken Citigroup und Goldman Sachs ihre Ergebnisse vor, am Dienstag folgt die Bank of America. Den Auftakt hatte JPMorgan am Freitag gemacht und ein Rekordergebnis präsentiert.

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Quelle: Reuters/Bloomberg

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