Treasury News: Euro steigt zum US-Dollar und Franken auf Dreijahreshoch

Der Durchbruch in den Sondierungen für eine grosse Regierungskoalition in Deutschland hat den Euro am Freitag weiter beflügelt. 12.01.2018 / 14:59 Uhr

Der Durchbruch in den Sondierungen für eine grosse Regierungskoalition in Deutschland hat den Euro am Freitag weiter beflügelt. Im Mittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,2137 US-Dollar. Das war der höchste Stand seit Ende 2014, also seit rund drei Jahren.

Gegenüber dem Franken legte der Euro am Freitag-Morgen ebenfalls zu. Die Gemeinschaftswährung geht am Mittag bei 1,1778 CHF um. Der US-Dollar schwächte sich zum Franken dagegen deutlich ab. Er verlor rund einen halben Rappen und kostet am Freitag-Mittag 0,9712 CHF.

Nach mehr als 24-stündigen Sondierungen haben sich die Vorsitzenden von Union und SPD darauf geeinigt, ihren Parteien die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zu empfehlen. An den Finanzmärkten sorgte der Durchbruch, der auf SPD-Seite noch mit einigen Fragezeichen wie einer Parteitagsabstimmung versehen ist, für Erleichterung. Eine Regierungsbildung in der grössten Volkswirtschaft der Eurozone, die seit der Bundestagswahl vom Herbst nur von einer geschäftsführenden Regierung geleitet wird, wird mit dem Durchbruch etwas wahrscheinlicher.

Schon am Donnerstag war der Euro kräftig gestiegen. Auslöser waren Hinweise aus der EZB auf eine perspektivisch weniger lockere Geldpolitik. Auf der jüngsten Zinssitzung des EZB-Rats sei man sich einig gewesen, die geldpolitische Kommunikation zu ändern, falls sich das Wirtschaftswachstum und die Inflation wie erwartet entwickelten, hiess im Protokoll der Sitzung vom Dezember.

Die Aussagen wurden an den Märkten als Signal gedeutet, dass sich die Notenbank langsam, aber sicher von ihrer extrem lockeren Geldpolitik ein Stück weit verabschieden könnte. Fachleute rechnen damit, dass die EZB ihre zur Konjunktur- und Inflationsbelebung aufgelegten Wertpapierkäufe einstellen könnte, möglicherweise noch im späteren Verlauf dieses Jahres. Ein Ende der Niedrigzinsphase wird mit diesem Schritt aber nicht in Verbindung gebracht. Vielmehr dürfte die Notenbank ihre Niedrigzinspolitik noch bis weit ins Jahr 2019 fortsetzen, schätzen Experten.

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Quelle: Reuters/Bloomberg

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